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Artur Bodenstein stellt aus!
Tagebuch geschrieben am 12.04.10 von Klemens Lendl

Bitte, unser liebster Maler, Grafiker, Coverartist, Freund und überhaupt stellt in Wien aus. Wir spielen bei der Eröffnung, schauen Sie sich das bitte an!!

Wer weiß schon, wie eine Weihnachtsgelse aussieht? – Artur Bodenstein! Wie feierlich das Insekt seine blutroten Stiefel trägt, welch traurige Eleganz und wissende Trauer im Blick und in den Flügeln! Wie matt und indolent und doch archaisch fleißig sich der
Saugrüssel präsentiert!
Kein Aufdecker, ein Entdecker ist Artur Bodenstein. „Ich mache mir ein Bild“, sagen die Leute. Und scheitern an deren Sprache oder an deren Unphantasie. – Artur Bodenstein macht nicht sich, sondern uns ein Bild. Ob Malerei, ob Zeichnung oder Illustration: Bodenstein ist ein Wahrnehmer im tatsächlichen Wortsinn. In seinen Bildern
oszillieren Details und Ganzes mit zärtlichem Augenzwinkern und souveräner Wucht: Artur Bodenstein schafft diese Quadratur. Immer deutlich, niemals beliebig sind seine Figuren und Gegenstände. Seine Menschen kaschieren nichts, sie sind, wie sie sind, ohne
Schnörkel, mit geheimnisvoller Magie schauen sie uns an. Und Bodensteins Tierbilder lassen uns innehalten – anmutiger, bezaubernder kann man Tiere nicht malen. Wer Bodensteins Inkarnationen von „Kälte“ und „Neid“ sieht, wird mir Recht geben:
Bodenstein ist immer stringent ohne plakativ zu sein, unverwechselbar schafft er ungenierte Akkuratesse.
In einem Werbeflugblatt für Billigschuhe stand neulich zu lesen: „Schicker City-Slipper im sportlichen Sneaker-Stil“: Augenblicklich habe ich an Artur Bodenstein gedacht, wie er diesen Schwachsinn illustrieren würde: Mit dem filigranem Humor seiner Sonderklasse.
Das Schönste freilich: Nicht seine Kunst allein, auch der Mensch Artur Bodenstein ist ein Geschenk.

Text: Peter Ahorner

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